Der „Flusser-Hypertext“ war ein radikales technisches Gedankenexperiment, das das Potenzial des damals aufkommenden Internets und der Technik der Inhaltsverknüpfung von Hypertexten erforschte, um neue Formen der Philosophie zu schaffen, die dem elektronischen Zeitalter angemessener waren als das rein lineare Schreiben. Das Projekt wurde 1989 von Bernt Wingert am Kernforschungsinstitut Karlsruhe (heute KIT) initiiert, basierend auf einer Vorlesung von Flusser mit dem Titel „Schreiben zum Publizieren“, ausgearbeitet zu einer mehrdimensionalen, interaktiven Form mit längeren und kürzeren Extemporationen, der Möglichkeit, eigene Notizen hinzuzufügen, oder sogar „dem Professor eine Frage zu stellen“ auf Apple Hypercard. Einen Erfahrungsbericht über die Entstehung dieses Projekts von Bernt Wingert finden Sie hier.

 

In Vorbereitung auf die Ausstellung „BODENLOS: Vilém Flusser and the Arts“, leitete in 2014 Baruch Gottlieb die Restaurierungsarbeiten, unter der technischen Leitung von Philipp Tögel, der die beschädigten Dateien wiederherstellen und eine Emulation erstellen konnte, die für die Besucher der Ausstellung erlebbar war. Im Jahr 2020 könnte dieses visionäre Projekt dank einiger DAAD-Fördermittel für das Flusser-Jubiläum in einer neuen Emulation der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.